Eine Frage des Charakters:
Mir wachsen Gänseblümchen aus dem Kopf

Gaensebluemchen-aus-dem-Kopf

Ich hatte einen wirklich seltsamen Traum. Einer von denen, über die man noch Tage lang grübelt und sich ziemlich schnell klar macht, dass man was am Sträußchen hat – am Gänseblümchen-Sträußchen in diesem Fall. Aber gut, das ist immer noch schöner als der Wuchs bei C-Promi-Leichen und Nazis.

Dieser Traum war zweifelsfrei eine Nachwirkungen des Karneval-Martyriums, das ich eine Woche lang in Köln durchlaufen musste. Es mag sein, dass ich mir das einbilde, aber bis gestern begrüßte mich mein Wecker Morgens nicht mit einem zarten “Ring, Ring, bitte aufstehen, Sir”, sondern mit einem scheppernden Tusch, gefolgt von einem lauten “Alaaf!”. Dass ich heute Morgen ganz ohne Jeckenruf wach wurde, liegt alleine an diesem unheimlichen Traum, der mich frühzeitig weckte.

Ein Gänseblümchen wuchs mir aus dem Kopf. Es schlängelte sich über meine Stirn bis hin zum Haaransatz. Eigentlich unlogisch, denn für gewöhnlich schlafe ich im Liegen und Pflanzen wachsen meistens Richtung Himmel. Dieses Gänseblümchen aber, wucherte wie Unkraut in Richtung meiner Schädeldecke. Ich entschloss mich also, meine neue – eigentlich sehr schicke – Extremität zu entfernen, nahm mir eine Schere zur Hand und setzte zum Schnitt an. Doch plötzlich…

… dockte da ein Bienchen an meinem Gänseblümchen an, um es zu bestäuben – also ließ ich ab. Erst als sich der schwarz-gelbe Penetrator wieder in die Lüfte schwang, führte ich den Blumenschnitt mit chirurgischer Sicherheit aus. Das hatte die davonfliegende Biene scheinbar gemerkt, denn in diesem Moment machte sie kehrt, blickte mir zornig in die Augen und flog im Sturzflug wieder auf mich zu. Als sie ihren blitzenden Stachel ausfuhr, mir ihr Gesäß entgegenstreckte und ich gelähmt vor Angst auf die tropfende Giftspitze sah, wachte ich auf.

Es war erst 5:35 Uhr und verstört stand ich auf, um erst einmal meine Blumen zu gießen – sicher ist sicher. Ich fragte mich dabei, warum es ausgerechnet ein Gänseblümchen gewesen ist, das mir da aus dem Kopf wuchs, ob das ein persönliches Ding sei und was dann wohl anderer Menschen Köpfe entwachsen würde, wenn das alles ganz normal wäre.

Auf dem Haupt einer Miss Germany zum Beispiel, würden sicherlich rote Rosen thronen und auf dem eines Jecken ausschließlich farbenfrohe, fürchterlich laute Engelstrompeten, die pausenlos de Höhner tröten. Bei einem Nazi sähe die Sache schon trister aus, denn hier wächst grundsätzlich nur Unkraut, mit Flüssigdünger zum Scheitel auf rechts gezogen.

klatschmohn-charityDann gäbe es da noch die selbst ernannten Charity-Ladys, die irgendwann einmal geerbt, zwar ein nettes Sümmchen für Kinder in Not springen lassen, aber ein viel größeres Sümmchen in Botox investieren. Bei dieser Art Mensch wächst überhaupt keine Blume auf dem Kopf, denn Haarspray und Bleiche wirken wachstumshemmend und sind lichtundurchlässig. Und wenn was wächst, dann höchstens Klatschmohn.

Ganz außergewöhnlich gut würde es sich auf dem Kopf Prominenter gedeihen, denn ständiges Blitzlichtgewitter wirkt ersprießlich auf die Fotosynthese der Haupthaarpflanze. Der japanische Erfinder von Super Mario, Shigeru Miyamoto, der in seiner Heimat als Super-Promi gilt, könnte daher sogar Zauberpilze auf seinem Kopf züchten, die die Körpergröße beim Verzehr beeinflussen.

Und apropos Pilze auf dem Kopf möchte ich noch sagen, dass es schon weit vor mir eine berühmte britische Band gab, die genau den selben Traum wie ich träumte – und ihn danach sogar lebte. Deswegen schließe ich diesen Beitrag mit einem Lied der Pilzköpfe und verpacke den Song-Titel auch gleich als Botschaft an meinen Therapeuten.

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2 Kommentare zu “Eine Frage des Charakters:
Mir wachsen Gänseblümchen aus dem Kopf”

  1. Rudio
    Samstag, 25. Februar 2012

    ROFL crazy shit!

    Kann man auch bestimmt einen echt geilen Film draus machen :P

    Greets

    da Ruud

  2. RainyBrain
    Samstag, 25. Februar 2012

    Wär’ langsam mal wieder Zeit gel… ;)

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